Funk-Feststellanlagen: Rauchmelder ohne Kabel nachrüsten
Wie sich Feststellanlagen an Brandschutztüren per Funk erweitern lassen – ohne Signalkabel zu den Deckenrauchmeldern zu verlegen. Funktion, zugelassene Systeme von GEZE bis Hekatron und wann sich die Nachrüstung lohnt.
Inhalt dieses Ratgebers
- Was ist eine Feststellanlage?
- Das Kabel-Problem bei der Nachrüstung
- So funktioniert eine Funk-Feststellanlage
- Zugelassene Funksysteme im Überblick
- GEZE GC 170 im Detail
- Hekatron FM 155 F & kompatible Hersteller
- Vorteile & Grenzen von Funklösungen
- Wann eignet sich Funk?
- Zulassung, Norm & Wartung
- Häufige Fragen (FAQ)
Viele Betreiber wissen gar nicht, dass sich eine Feststellanlage häufig ohne Stemmarbeiten und ohne neue Kabel erweitern lässt. Statt ein Signalkabel vom Deckenrauchmelder bis zur Feststellanlage zu ziehen, übernimmt bei einer Funk-Feststellanlage ein zugelassenes Funksystem die Verbindung – ein echter Vorteil bei Bestandsgebäuden, Sanierungen und empfindlichen Oberflächen.
Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Funkerweiterung für Feststellanlagen funktioniert, welche zugelassenen Systeme es von Herstellern wie GEZE und Hekatron gibt, welche Marken das Hekatron-Funksystem herstellerübergreifend nutzen und wann sich die Nachrüstung technisch und wirtschaftlich lohnt – für Hausverwaltungen, Betreiber und Planer in Berlin und Brandenburg.
Was ist eine Feststellanlage?
Eine Feststellanlage hält eine selbstschließende Brandschutz- oder Rauchschutztür im Alltag offen und lässt sie im Brandfall automatisch schließen. So bleibt eine Tür im täglichen Betrieb bequem offen – etwa in einem stark frequentierten Flur – erfüllt im Ernstfall aber trotzdem ihre Aufgabe als Rauch- und Feuerabschluss.
Eine solche Anlage besteht immer aus drei Funktionsteilen: einem oder mehreren Brandmeldern (in der Regel Deckenrauchmelder beidseitig der Tür), einer Feststellvorrichtung (Haftmagnet oder Feststellung im Türschließer) und einer Auslösevorrichtung mit Handauslösetaster. Erkennt der Melder Rauch, wird die Haltung unterbrochen und die Tür schließt selbsttätig.
Feststellanlagen unterliegen einer bauaufsichtlichen Zulassung und müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden. Grundlage dafür ist die DIN 14677 – unabhängig davon, ob die Melder per Kabel oder per Funk angebunden sind.
Das Kabel-Problem bei der Nachrüstung
Bei einer klassischen Feststellanlage führt ein Signalkabel vom Deckenrauchmelder bis zur Steuerung an der Tür. Im Neubau ist das unproblematisch, weil die Leitungen während des Rohbaus mitverlegt werden. Bei einer Nachrüstung im Bestand wird genau diese Leitungsführung zum Aufwandstreiber.
Denn der Melder sitzt an der Decke, oft mehrere Meter von der Tür entfernt. Das Kabel muss sauber über Decke und Wand bis zur Feststellvorrichtung geführt werden – entweder in Aufputz-Kanälen, die sichtbar bleiben, oder unter Putz, was Stemm- und Malerarbeiten nach sich zieht. In diesen Situationen gerät die Verkabelung schnell zum größten Kostenpunkt:
- Bestandsgebäude mit fertigen Wänden und Decken, in denen keine Leerrohre liegen
- Denkmalgeschützte Objekte, bei denen Eingriffe in die Substanz nur eingeschränkt zulässig sind
- Hochwertige Oberflächen wie Sichtbeton, Stuck oder edle Wandverkleidungen
- Bereiche, in denen Schmutz, Lärm und Stillstand durch Stemmarbeiten im laufenden Betrieb vermieden werden sollen
Genau hier setzen Funklösungen an: Sie ersetzen die Signalleitung zwischen Melder und Feststellanlage durch eine zugelassene Funkstrecke – und machen damit viele Nachrüstungen erst wirtschaftlich möglich.
So funktioniert eine Funk-Feststellanlage
Bei einer Funk-Feststellanlage bleibt die eigentliche Anlage unverändert: Haftmagnet, Türschließer und Handauslösetaster arbeiten wie gewohnt. Ersetzt wird nur die Verbindung zwischen Deckenrauchmelder und Steuerung. Der Melder gibt sein Signal nicht mehr über ein Kabel weiter, sondern per Funk an ein Empfangsmodul an der Feststellanlage.
Der Ablauf im Brandfall bleibt identisch: Erkennt der Funkrauchmelder an der Decke Rauch, sendet er ein Signal an das Funkmodul der Anlage. Dieses unterbricht die Haltung, der Haftmagnet lässt los und die Tür schließt. Damit die Sicherheit gewährleistet ist, überwacht sich das Funksystem laufend selbst:
- Zyklische Überwachung der Funkstrecke – fällt die Verbindung aus, löst die Anlage sicherheitsgerichtet aus (die Tür schließt)
- Batterieüberwachung der Funkmelder mit rechtzeitiger Störungsmeldung vor dem Ausfall
- Feste Zuordnung von Meldern und Modul innerhalb des zugelassenen Systems – keine Fremdauslösung von außen
Nur die Signalübertragung zwischen Rauchmelder und Feststellanlage erfolgt per Funk. Alle sicherheitsrelevanten Funktionen bleiben erhalten und normgerecht – innerhalb des jeweils zugelassenen Funksystems.
Zugelassene Funksysteme im Überblick
Beim Thema Funk gibt es einen wichtigen Punkt, den viele nicht kennen: Nicht jeder Hersteller hat ein eigenes Funksystem entwickelt. Aktuell dominieren zwei zugelassene Ansätze den Markt – das eigenständige GEZE-System GC 170 und das Hekatron-Funksystem FM 155 F, das herstellerübergreifend eingesetzt wird.
| Hersteller | Funksystem | Besonderheit |
|---|---|---|
| GEZE | eigenes System GC 170 | bis zu 6 Funkteilnehmer (nach Herstellerangaben) |
| Hekatron | eigenes System FM 155 F | bis zu 20 Funkteilnehmer (nach Herstellerangaben) |
| ASSA ABLOY | nutzt Hekatron FM 155 F | ideal zur Nachrüstung bestehender Anlagen |
| dormakaba | zugelassen für Hekatron FM 155 F | Funkerweiterung über das Hekatron-System |
| ECO Schulte | unterstützt Hekatron FM 155 F | Funkanbindung über das Hekatron-System |
| Gretsch-Unitas (GU) | kompatibel mit Hekatron FM 155 F | in den Übersichten als kompatibel geführt |
Praktisch heißt das: Wer eine bestehende Anlage von ASSA ABLOY, dormakaba, ECO Schulte oder GU um Funkmelder erweitern möchte, greift in der Regel auf das Hekatron FM 155 F zurück. Nur GEZE geht mit dem GC 170 einen eigenen Weg. Welche Kombination im Einzelfall zulässig ist, ergibt sich aus der bauaufsichtlichen Zulassung der jeweiligen Anlage.
Die Angaben geben den aktuellen Stand nach Herstellerinformationen wieder. Maßgeblich ist immer die gültige bauaufsichtliche Zulassung des konkreten Systems – sie legt fest, welche Melder mit welcher Feststellanlage kombiniert werden dürfen.
GEZE GC 170 – das eigenständige Funksystem
GEZE bietet mit der GC 170-Reihe ein eigenes, aufeinander abgestimmtes Funksystem für Feststellanlagen. Es ist für kompakte Anwendungen mit einer überschaubaren Zahl an Funkteilnehmern ausgelegt und lässt sich mit den GEZE-Türschließern kombinieren.
Funkmodul
Empfängt die Signale der Funkmelder und bindet sie an die Feststellanlage an – die zentrale Komponente der Funkstrecke.
Funkrauchmelder
Deckenrauchmelder, der sein Signal drahtlos an das Funkmodul übergibt – ohne Signalkabel zur Tür.
Funktemperaturmelder
Ergänzt die Überwachung dort, wo ein Rauchmelder ungeeignet ist – etwa in staubigen oder rauchbelasteten Bereichen.
Funkeingabemodul
Bindet weitere Signalgeber oder Bedienelemente drahtlos in das System ein.
Das GC 170-System unterstützt nach Herstellerangaben bis zu 6 Funkteilnehmer und eignet sich damit vor allem für einzelne Türen oder kleinere Anordnungen, bei denen ein kompaktes, herstellereigenes System gewünscht ist.
Hekatron FM 155 F – das herstellerübergreifende System
Das Hekatron FM 155 F ist das am weitesten verbreitete Funksystem für Feststellanlagen, weil es nicht nur mit Hekatron-Komponenten, sondern auch mit Anlagen anderer Hersteller zugelassen ist. Es ist für deutlich mehr Teilnehmer ausgelegt und deshalb auch für größere oder verzweigte Anordnungen geeignet.
Funkmodul
Zentrale Empfangseinheit, die die Funkmelder mit der Feststellanlage verbindet – die Basis der herstellerübergreifenden Nachrüstung.
Funkrauchschalter
Deckenrauchmelder mit Funkanbindung, der die Rauchdetektion drahtlos an das Modul meldet.
Funkhandtaster
Ermöglicht die manuelle Auslösung der Tür – ebenfalls ohne feste Verkabelung.
Herstellerübergreifend
Zugelassen unter anderem für Anlagen von ASSA ABLOY, dormakaba und ECO Schulte – ideal für die Nachrüstung im Bestand.
Mit nach Herstellerangaben bis zu 20 Funkteilnehmern deckt das FM 155 F auch anspruchsvollere Situationen ab – etwa mehrere Türen in einem Flur oder eine Anlage mit mehreren Meldern je Tür. Weil viele Feststellanlagen unterschiedlicher Marken damit erweiterbar sind, ist es in der Praxis häufig die erste Wahl bei einer Nachrüstung ohne Kabel.
Vorteile und Grenzen von Funklösungen
Der größte Vorteil einer Funk-Feststellanlage liegt im geringeren baulichen Aufwand. Gerade dort, wo eine Neuverkabelung teuer oder kaum möglich ist, spielt Funk seine Stärken aus:
- Keine aufwendige Kabelverlegung zu den Deckenrauchmeldern
- Ideal für Bestandsgebäude, Sanierungen und Modernisierungen
- Deutlich geringere Eingriffe in Wände und Decken
- Schnelle und saubere Montage – oft ohne Stillstand im laufenden Betrieb
- Zugelassene Systemlösungen namhafter Hersteller
- Sichere und zuverlässige Funkübertragung mit Eigenüberwachung
- Häufig geringere Montagekosten als bei einer Neuverkabelung
Gleichzeitig ist Funk kein Allheilmittel. Es gibt Situationen, in denen eine kabelgebundene Lösung sinnvoller oder sogar notwendig bleibt:
- Funkmelder benötigen Batterien, die im Rahmen der Wartung kontrolliert und getauscht werden
- Sehr große Anlagen können die zulässige Teilnehmerzahl eines Funksystems überschreiten
- Bauliche Gegebenheiten (dicke Stahlbetondecken, Metallverkleidungen) können die Funkreichweite beeinflussen
- Nicht jede Bestandsanlage ist für jedes Funksystem zugelassen – das entscheidet die Prüfung vor Ort
Wann eignet sich eine Funklösung?
Ob Funk oder Kabel die bessere Wahl ist, lässt sich mit wenigen Fragen eingrenzen:
Neubau oder Bestand?
Im Bestand ohne Leerrohre spielt Funk seinen Vorteil aus. Im Neubau ist Kabel oft ohnehin einfach mitverlegt.
Wie sind die Oberflächen?
Denkmalschutz, Sichtbeton oder edle Verkleidungen sprechen für Funk statt Stemmarbeiten.
Wie viele Melder und Türen?
Kleine Anlage → GEZE GC 170. Mehrere Teilnehmer → Hekatron FM 155 F mit größerer Kapazität.
Welche Anlage ist vorhanden?
Die vorhandene Marke und ihre Zulassung entscheiden, welches Funksystem kombiniert werden darf.
In der Praxis führt der Weg immer über eine Objektprüfung vor Ort: Erst wenn Anlage, Melderpositionen, Reichweite und Zulassung bewertet sind, lässt sich sagen, ob und mit welchem System eine Funknachrüstung möglich ist.
Feststellanlage ohne Kabel nachrüsten lassen
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Zulassung, Norm und Wartung
Auch als Funklösung bleibt eine Feststellanlage eine sicherheitstechnische Anlage mit klaren Regeln. Die einzelnen Komponenten – Funkmodul, Funkmelder, Handtaster – sind nur innerhalb ihres zugelassenen Systems und in den freigegebenen Kombinationen verwendbar. Eine Anlage darf nicht aus beliebigen Funkkomponenten verschiedener Hersteller zusammengestellt werden.
Unverändert gilt zudem die Prüf- und Wartungspflicht: Feststellanlagen sind mindestens einmal jährlich sowie anlassbezogen zu prüfen und instand zu halten. Details dazu – Prüfumfang, Fristen und Dokumentation – erklärt der Ratgeber DIN 14677: Prüfung und Wartung von Feststellanlagen. Bei Funksystemen kommt die Kontrolle der Batterien und der Funküberwachung hinzu.
Funk ändert nur den Übertragungsweg – nicht die Pflichten: Eine Feststellanlage braucht auch drahtlos eine gültige Zulassung und die regelmäßige Wartung nach DIN 14677.
Häufige Fragen zu Funk-Feststellanlagen
Kann man eine Feststellanlage ohne Kabel nachrüsten?
Ja. Mit einem zugelassenen Funksystem lässt sich die Verbindung zwischen Deckenrauchmelder und Feststellanlage drahtlos herstellen. Eine neue Signalleitung zum Melder ist dann in vielen Fällen nicht erforderlich – ideal für Bestandsgebäude und Sanierungen. Ob es im Einzelfall zulässig ist, entscheidet die Prüfung der vorhandenen Anlage.
Welche Funksysteme für Feststellanlagen gibt es?
Am Markt sind vor allem zwei zugelassene Systeme relevant: das eigenständige GEZE GC 170 und das Hekatron FM 155 F. Das Hekatron-System wird herstellerübergreifend genutzt – unter anderem von ASSA ABLOY, dormakaba, ECO Schulte und Gretsch-Unitas. Maßgeblich ist immer die bauaufsichtliche Zulassung der konkreten Anlage.
Ist eine Funk-Feststellanlage genauso sicher wie eine verkabelte?
Ja. Die Funkübertragung erfolgt innerhalb eines zugelassenen Systems und wird laufend überwacht. Fällt die Funkstrecke oder eine Batterie aus, löst die Anlage sicherheitsgerichtet aus, das heißt die Tür schließt. Alle sicherheitsrelevanten Funktionen bleiben normgerecht erhalten.
Braucht eine Funk-Feststellanlage Batterien?
Ja, die Funkmelder werden mit Batterien betrieben. Deren Zustand wird vom System überwacht und rechtzeitig als Störung gemeldet. Der Batteriewechsel gehört zur regelmäßigen Wartung der Anlage.
Muss eine Funk-Feststellanlage gewartet werden?
Ja. Wie jede Feststellanlage ist auch die Funkvariante mindestens einmal jährlich nach DIN 14677 zu prüfen und zu warten. Zusätzlich werden bei Funksystemen Batterien und Funküberwachung kontrolliert.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Planung. Produkt- und Systemangaben geben den Stand nach Herstellerinformationen wieder; maßgeblich sind die jeweils gültigen bauaufsichtlichen Zulassungen sowie die einschlägigen Normen und Regeln (u. a. DIN 14677).
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